Das „Auto“ war durchgestrichen auf dem großen „AutoBahn“-Banner mit dem wir auf der B2-Baustelle bei Wielenbach gegen den völlig überdimensionierten Ausbau dieser Straße protestiert haben. Dieser firmiert als Unterhaltungsmaßnahme und soll vorgeblich die Sicherheit an der Einmündung der St2066 nach Tutzing erhöhen. Der Augenschein der Baustelle zeigt jedoch ein ganz anderes Bild: Eine breite Schneise zieht sich durch die malerische Voralpenlandschaft. Bis zu sechs parallele Fahrspuren, Schleifen und Kreisel erinnern eher an eine Autobahn-Großbaustelle.
Durch die Streichung bleibt die Forderung „Bahn“ auf dem Banner stehen, denn die Bahn in unserer Region hätte eine gründliche Instandhaltung wirklich nötig: Das Zugunglück von Burgrain hat im Jahr 2022 auf der parallelen Bahntrasse fünf Todesopfer gefordert. Die Bahnstrecke Weilheim – Peißenberg ist seit Jahren marode und nun für Monate ganz gesperrt. Auch in Richtung München ist Schienenersatzverkehr. Allgemein sind Verspätungen, Zugausfälle, Langsamfahrstrecken und Schienenersatzverkehr an der Tagesordnung und machen das Pendeln zum Arbeitsplatz zu einer Belastungsprobe. Ein zweigleisiger Ausbau, der dies entscheidend verbessern könnte, ist gar nicht mehr geplant. Für viele ist das Auto aber keine Alternative.



Das Festhalten an immer massiveren, insgesamt milliardenteuren Straßenbauprojekten findet in der Bevölkerung unserer Region kein Verständnis mehr: Die Gemeinde Wielenbach hat gegen diesen Ausbau (nach einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss) geklagt und die geplante Umfahrung Weilheim wurde 2022 von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt. Wenn es ums Auto geht, scheint Geld keine Rolle zu spielen – Geld, das sonst überall fehlt.
Dabei sind allein die Auswirkungen auf Umwelt, Natur und Klima, die die einseitige Favorisierung des Autoverkehrs verursacht, enorm: Felder und Wiesen werden für die Produktion von Nahrungsmitteln unentbehrlich, wenn die Klimaerwärmung zunehmend Dürren, Überschwemmungen und damit Ernteausfälle verursacht. Die Versiegelung verschärft die Hochwassergefahr, während die Kommunen wichtige Hochwasserschutzmaßnahmen nicht umsetzen können, weil die Kassen leer sind. Während die Bahn (soweit sie elektrifiziert ist) mit einem hohen Anteil an erneuerbarem Strom fährt, werden klimaschädliche Verbrenner noch viele Jahre auf der Straße dominieren.
Mit dieser Aktion wollen wir auf die fehlgeleitete Verkehrspolitik in Deutschland am Beispiel des milliardenteuren Ausbaus der B2 hinweisen. Der Abschnitt bei Wielenbach steht als angebliche Unterhaltungsmaßnahme nicht einmal im Bundesverkehrswegeplan.

